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Sonnabend, 06. Dezember 2003

Mutter quält Baby fast zu Tode

Polizei beendet Martyrium eines 17 Monate alten Mädchens  

Von Rüdiger Finke und Markus Falkner

Einen äußerst grausamen Fall von Kindesmisshandlung hat die Polizei in Spandau aufgedeckt. 
Eine junge Mutter hat ihre 17 Monate alte Tochter ans Bett gefesselt, geschlagen und gebissen. 
Das unterernährte und mit Narben übersäte Mädchen kam in ein Krankenhaus.

Unaufhörlich drangen die Schreie eines kleinen Mädchens am Donnerstag aus der Wohnung von Diana T. in einem Spandauer Mehrfamilienhaus. 
Ein Nachbar verständigte die Polizei. Wenig später bot sich der Besatzung eines Streifenwagens ein entsetzlicher Anblick. Die 17 Monate alte Tochter von Diana T. lag gefesselt in ihrem Bettchen. 
Mit Textilgurten war der kleine Körper an den Stangen fixiert, die Beine waren mit Elastikbinden zusammengebunden.

"Das Mädchen ist verwahrlost und nicht dem Alter gemäß entwickelt", sagte Justizsprecher Björn Retzlaff gestern. Ärzte fanden am gesamten Körper Blutergüsse von Schlägen sowie Bisswunden. Die Kleine hat zahlreiche Narben, die von früheren Fesselungen herrühren. 
Sie ist unterernährt, befindet sich aber nicht in Lebensgefahr. Vermutlich muss das Kind für zwei bis drei Wochen im Krankenhaus bleiben. 
Dann kommt es in die Obhut des Jugendamtes.

Die Mutter kam in Untersuchungshaft. In den Vernehmungen hat die 31-Jährige die Misshandlungen weitgehend zugegeben. 
Sie werde manchmal aggressiv und schlage dann zu, soll sie gesagt haben. "Aus den Angaben lässt sich schließen, dass sie mit der Kindeserziehung überfordert war", sagte Justizsprecher Retzlaff. Doch Hilfe habe die Frau offenbar nicht gesucht. 
"Die Misshandlungen haben vermutlich erst vor wenigen Monaten begonnen. 
Zunächst war alles normal, die Frau hatte auch regelmäßig einen Kinderarzt aufgesucht", berichtete Retzlaff. 
Gegen Diana T. wird wegen des Verdachts der Misshandlung von Schutzbefohlenen ermittelt, das Strafmaß lautet sechs Monate bis zehn Jahre Haft. 
Ihr Freund, der ebenfalls in der Wohnung war, hat sich an den Taten vermutlich nicht beteiligt. 
Ob gegen ihn ermittelt wird, weil er nichts gegen diese unternommen hat, ist offen.

Im vergangenen Jahr ermittelte die Kripo in 372 Fällen wegen Kindesmisshandlung. 
Nach Erkenntnissen der Opferschutzorganisation Weißer Ring geht in etwa 40 Prozent der Fälle die Gewalt von Frauen, oft von der Mutter, aus. 
"Während Männer meist ihre Machtposition demonstrieren wollen, ist der Hintergrund der Gewalt von Frauen gegen ihre Kinder oft ein Gefühl von Ohnmacht", sagt Psychologin Lotte Koller vom Kinderschutzzentrum Berlin. 
"Sie empfinden das ganz natürliche Verhalten der Kinder oft als persönliche Kränkung. Wenn solche Situationen eskalieren, beginnt die Gewalt." 
Im aktuellen Fall sieht die Psychologin allerdings deutliche Anzeichen einer tiefer gehenden psychischen Erkrankung der Mutter: 
"Gewalt in diesem Maße ist sehr selten." Eine Erfahrung, die Dagmar Riedel-Breidenstein von der Kinderschutzorganisation Strohhalm teilt. 
"Die Täterinnen sind meist Menschen, die selbst geschlagen oder gequält wurden", sagt sie.

 

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